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Die zweite Welle der Milliardenruine

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Die zweite Welle der Milliardenruine

Beitrag von Neo am 18.02.08 19:09

Die Worte von Eliot Spitzer, seines Zeichens Gouverneur von New York, klingen wie das Ultimatum aus einem Wild-West-Streifen.
Die US-Anleihenversicherer haben drei bis fünf Tage Zeit, um das Unheil abzuwenden. Wenn nichts geschieht, droht Spitzer mit Zerschlagung.
Damit erfährt die aktuelle Finanzkrise in den USA eine neue Wendung...

Was die Geschäfte mit "faulen" Kleinkrediten auf den Finanzmärkten angerichtet haben, ist mittlerweile nichts Neues. Zuerst kamen die Privathaushalte und Hypothekenfinanzierer ins Trudeln. Dann immer weitere Branchen und schließlich die Großbanken.
Neu ist, dass die Finanzkrise jetzt auch auf die Städte und Gemeinden überzugreifen droht. So steckt die Hafenbehörde von New York in der Klemme...

Der Zinssatz für die einst aufgenommenen Kredite ist auf 20 Prozent hochgestiegen und gräbt der Behörde das Wasser ab.
Fälle wie diesen will Eliot Spitzer verhindern - ein Politiker, der früher als der "Sheriff der Wall Street" bekannt war.
Spitzer kennt auch schon die Schuldigen: so genannte Bondversicherer, auch Monoliner genannt.
Doch alles der Reihe nach.

Wenn in den USA eine Stadt für neue Projekte Geld ausleihen will, wendet sie sich an Banken und zugleich auch an Bondversicherer. Diese Kreditversicherer garantieren der Bank, dass die Stadt der Bank das Geld auch tatsächlich zurückzahlt.
Die Bank kann sich so auf die Rückzahlung verlassen, die Stadt bekommt den Kredit billiger, und Bondversicherer verdienen auch dabei.
Das System hat nur einen Haken..

Der Handel verläuft in der Regel recht einförmig - daher auch die Bezeichnung Monoliner - und wirft relativ wenig Rendite ab.
Zu wenig, dachten sich die Monoliner, darunter milliardenschwere Versicherer wie FGIC, MBIA oder Ambac. Sie begannen, zusätzlich andere Kredite abzusichern - unter anderem auch die berüchtigten Subprimes, also schlecht abgesicherte Kleinkredite.

Eigentlich agieren die soliden Monoliner im Stillen. Doch seit die Finanzkrise die USA erschüttert, kämpfen sie in aller Öffentlichkeit mit demselben Schicksal wie die klassischen Baufinanzierer oder Hypothekenversicherer:
Ruinierte Privathaushalte können die Kredite nicht mehr zurückzahlen, also bleiben die Versicherer darauf sitzen. Allerdings ist bei den Monolinern, anders als bei Großbanken, die Eigenkapitaldecke dünn.
Das ist nicht der einzige fatale Unterschied.

Auch die Folgen für die Monoliner sind ähnlich wie die für andere Finanzunternehmen: Renommierte Bewertungsgesellschaften wie Moody's stufen die Aktien der Monoliner herunter. Die Kurse gehen in den Keller, die Unternehmen selbst geraten in Schwierigkeiten.
Nur sind, anders als bei der allgemeinen Finanzkrise, bei den Problemen der Monoliner nicht nur Anleger und Banken, sondern die Haushalte ganzer Städte betroffen.

Die zurückhaltenden Monoliner stehen selten im Fokus der Aufmerksamkeit. Ihr Gewicht allerdings ist enorm: Das gesamte Versicherungsvolumen dieser Finanzunternehmen beträgt rund 2,5 Billionen Dollar. Etwa zwei Drittel davon machen Kredite von US-Kommunen aus.

"Wir wollen lieber früher als später handeln", kündigte Eliot Spitzer letzte Woche vor dem US-Abgeordnetenhaus an. Und dann läutete der New Yorker Gouverneur in bester John-Wayne-Manier den Countdown für die Versicherer ein...

Entweder die Monoliner lösen die Krise selbst, und zwar innerhalb von maximal fünf Arbeitstagen.
Dazu müssten sie sich auf die Suche nach frischem Kapital begeben - keine besonders leichte Aufgabe angesichts der aktuellen Turbulenzen der Kreditmärkte.

... sie werden von staatlicher Seite aus zerschlagen, damit die Kredite der Städte und Gemeinden gerettet werden.
Was brachial klingt, dürften die Anleihenversicherer allerdings ernst genommen haben.
Dagegen fällt Joseph Ackermann, Chef der Deutschen Bank, normalerweise nicht mit markigen Sprüchen auf....

Angesichts der Probleme der Monoliner in den USA bemüht Ackermann trotzdem eine drastische Metapher: Die Pleite der Anleihenversicherer käme einem "Finanz-Tsunami" gleich.
Damit droht der Finanzwelt ein zweiter Milliardencrash...
Gleichsam in einer zweiten Welle würde die Kreditkrise nach den Banken nun auch die gesamte Branche der Anleihenversicherer mit nach unten reissen. Und die Städte und Gemeinden der USA gleich mit.

Die Reaktion der Monoliner wird in diesen Tagen erwartet


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Re: Die zweite Welle der Milliardenruine

Beitrag von Neo am 18.02.08 19:50

eine interessante reaktion eines politikers, dass wünsche ich mir auch bei uns!

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Re: Die zweite Welle der Milliardenruine

Beitrag von Bengelchen8 am 19.02.08 10:07

Neo schrieb:eine interessante reaktion eines politikers, dass wünsche ich mir auch bei uns!

UNd wovon träumst du nachts? lol!
Du wirst doch nicht wirklich annehmen, dass es bei uns auch nur einen Politiker gibt, der sich mit irgendwelchen Größen der Finanzwelt anlegt!
Stecken unsere Heinis doch allesamt viel zu tief selber in dem Sumpf drinnen!!!!!
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Re: Die zweite Welle der Milliardenruine

Beitrag von Hornung am 19.02.08 10:23

Neo schrieb:eine interessante reaktion eines politikers, dass wünsche ich mir auch bei uns!
Die Frage ist, ob der Herr Spitzer etwas tut oder wie üblich groß redet und nach ien paar Tagen ist alles vergessen.... Crying or Very sad

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