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"Freies Geld für eine freie Welt"

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"Freies Geld für eine freie Welt"

Beitrag von Austrian Economics am 20.02.17 2:19

Immer wieder wird mancherorts über eine Abschaffung des Bargeldes gemunkelt. Ein paar Gedanken dazu sowohl als auch darüber hinaus möchte ich hiermit gerne artikulieren und zur Diskussion stellen.

Die Ideen zur Abschaffung des Bargeldes ergeben sich aus der Logik der Zentralbanken und des "Keynesianismus". Die Probleme die aus der Ausweitung der ungedeckten Geldmenge entstehen sind Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, Börsen-Crash, Blasen an den verschiedensten Stellen des wirtschaftlichen Handelns (beispielsweise Immobilien oder auch Aktien), Bankenkrise, Anheizung der Spekulation, Staatsschuldenkrise. Das alles sind keine Einzelthemen sondern haben zur Ursache die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge, wie sie durch Zentralbanken betrieben wird. Hierbei gilt, dass dies das generelle Wesen von Zentralbanken ist. Je nach Agieren der dortigen Akteure sind die Auswüchse mehr oder weniger schlimm.

Das Problem, dass mit einer Wiederanhebung der Leitzinsen zusammenfällt sind die Staatsschulden. Die Anhebung der Leitzinsen kann zum Staatsbankrott mancher Staaten führen was unvorhersehbare soziale Auswirkungen nach sich ziehen würde. Um schmerzhafte Strukturreformen zu vermeiden, werden Zinsen auf Null oder sogar den Minusbereich abgesenkt und das Zahlen mit Bargeld, was nach Zahlenspielereien Kosten verursacht, solle dann zur Geschichte werden. Nur ist das nichts anderes als jene Planwirtschaft die nicht funktionieren wird. Planwirtschaft funktioniert NIE. Kapitalismus funktioniert. - Aber nur, wenn er frei ist. Wenn der Kapitalismus unfrei ist, gibt es fast keinen Unterschied zur Planwirtschaft.
Die Null- oder gar Negativzinsen bringen aber auch die Banken widerum in ein Ungleichgewicht, sodass diese neue Gebühren verlangen um sich zu finanzieren, denn über Zinsen finanzieren sie sich nicht mehr.
Unterm Strich stirbt das System, weil es erwürgt wird. Politiker und hohe Behörden, die Gesetze, Leitzinsen usw. beschließen und verabschieden, erwürgen das System und wenn das System erstickt, ersticken auch viele Menschen aufgrund der um sich greifenden Armut. Und das widerum ist ein Nährboden für gesellschaftliche Unruhe, Protestbewegungen und Ungemach.

Ludwig von Mises hat zahlreiche großartige Bücher geschrieben. Das Dilemma ist: Mises wird weltweit von einer Minderheit gelesen. Diese Minderheit wächst aber sie sollte stärker wachsen. Wir brauchen eine Freigeldbewegung die für ein freies Marktgeld sich einsetzt, gleich der Freihandelsbewegung aus dem 19. Jahrhundert. Es braucht einen gesellschaftlichen Protest gegen die staatlichen Institutionen, die den Kapitalismus zerstören und somit eine Armut herbeiführen, wie es sie in planwirtschaftlichen/sozialistischen/kommunistischen Gesellschaften gibt, mit ausgeprägter sozialer Ungleichheit und Perspektivlosigkeit, dafür allerhand staatlicher Zwänge. Der große Kern der die Maschinerie des staatlichen Machtwachstums vorantreibt ist das Geldsystem. Dieses ist sozusagen jener Motor der die oben genannten Probleme verursacht und der die liberale Demokratie am Ende auf dem Gewissen haben kann. Denn die Probleme die dieses marktfeindliche Geldsystem verursacht, beinhaltet, dass die politischen Strukturen immer autoritärer werden.

Es wird darum nicht genügen, zu glauben, Appelle die sich zur Betonung an die liberale Demokratie richten, werden genügen, um sie zu verteidigen. Letzten Endes muss das Zentralbanksystem delegitimiert werden zugunsten eines Marktgeldes, dass zum Aufbau eines neuen Wohlstandes in unserer Gesellschaft ursächlich zeichnen würde. Wir brauchen eine Erneuerung der Marktwirtschaft. Ohne Marktgeld bleiben Geld und alle damit verbundenen menschlichen Handlungen die im Worte "Wirtschaft" zusammengefasst werden, politisch manipulierbar.

Produktion ermöglicht menschlichen Wohlstand. Geld ist das Tauschmittel. Die Produktion darf nicht durch den staatlichen Willen erweitert werden, denn der Staat kann nicht wissen, welche Bedürfnisse ein Mensch Heute, Morgen oder Übermorgen hat. Daher wäre staatlicher Wille eine Ressourcenverschwendung die an den Bedürfnissen echter, lebender Menschen vorbei geht. Produktion muss privatwirtschaftlich genau so frei wie die Nachfrage sein, auf die das Angebot der Produktion abzielt, sodass es zu einer Deckung der Bedürfnisse und einer effizienten Zuteilung von Ressourcen kommt, die darin effizient ist, nicht verschwendet zu werden indem sie staatlicherseits auf blinde Weise überproduziert oder ebenso auf blinde Weise die Menschen unterversorgt.

Der Staat ist kein guter Vater und ebenso keine gute Mutter, weil er es nicht vermag, seine Kinder zu ernähren, da er ihre Bedürfnisse niemals kennen kann, andernfalls wäre Staat ein Synonym für Gott. Der beste Staat ist daher jener, der es den Vätern und Müttern innerhalb der Gesellschaft erlaubt, derart frei zu sein um sich selbst organisierend um ihre Kinder kümmern und diese ernähren zu können. Das und nichts anderes ist das ideal des liberalen Nachtwächterstaates.

Wenn man den Fokus anstelle der Produktion auf eine Ausweitung des Tauschmittels "Geld" legt, dann muss für jeden nachvollziehbar sein, dass in dem Maße, wie die Ausweitung des ungedeckten Geldes die im Tausch dafür erhältlichen Güter und Dienstleistungen übersteigt, jene relativ dazu immer knapper werden. Im Zuge einer immer stärkeren Inflation können selbst die größten Produktitivätsfortschritte und die billigsten Löhne irgendwann nicht mehr verhindern, dass Menschen reale Einkommensverluste hinnehmen müssen und damit de facto ärmer werden.

Durch Geldvermehrung kann ein einzelner/können wenige profitieren. Die Summe der Menschen die als Gesellschaft zusammenleben kann es nicht. Das ist auch nachvollziehbar. Denn würde man über Nacht das Einkommen aller Menschen gleichzeitig verdoppeln, würden sich zugleich alle Preise ebenso verdoppeln. Der Sinn dieser Maßnahme wäre daher Null. Der Sinn der Inflation resultiert daraus, dass einige auf Kosten aller anderen profitieren. Es handelt sich um ein Privileg. Es ist daher unfair und Unrecht. Umso notwendiger ist es, dieses Thema endlich in die gesellschaftliche Mitte zu transportieren und es zu artikulieren. Gerade auch, so lange die Mitte noch existiert. Denn aufgrund des Geldsystems wird die Mitte in dessen Auswirkungen natürlich auch getroffen und verursacht Zukunfts- und soziale Abstiegsängste. Die Armen werden am härtesten getroffen, genauso die Rentner. Danach trifft es aber die Mittelschicht oder Teile davon.

Lektion in Ökonomie: Zuerst kommt die Produktion, danach kommt der Konsum. Zuerst produziere ich etwas/stelle etwas her/koche etwas/sähe etwas usw. danach erfolgt der Konsum, der Lohn, die Ernte.

Der auf der Welt für Regierungen sehr populäre Irrtum keynesianischer Ökonomen, ist, dass Regierungen durch Voodoo-Ökonomie in die Lage versetzt werden, erst konsumieren zu können und die Produktion dessen auf einen Tag X im irgendwann zu verschieben. So kann man natürlich Bevölkerungsschichten für sich gewinnen, denen man scheinbar kostenlos etwas verspricht. Die Anhäufung aufgeschobener Zahlungen, die ihrerseits dann widerum durch Kredite bedient wird, endet in einem Zirkeldilemma. Man nimmt Kredite mit einer Laufzeit von X zu einem Zins Y auf um Kredite mit einer Laufzeit X und einem Zins Y zu finanzieren. Das geht immer so weiter bis es einmal doch nicht mehr weiter geht.

In all der Zeit wo der Neoliberalismus gebasht worden ist durch populistische Befürworter staatlicher Eingriffe, haben jene Populisten, sei es von Links oder von Rechts, nicht gesagt, was ihre alternativen Vorstellungen von Gesellschaft für Kosten haben. Der Neoliberalismus war insoweit segensreich als er liberal war. Insoweit er neo war, unterschied er sich von den populistischen Staatsbefürwortern in keinster Weise. Das bedeutet: Am Neoliberalismus wurde stets der Liberalismus kritisiert, nicht das Neo. Heute sprechen sich teilweise jene für den Liberalismus und eine gesellschaftliche Liberalität aus, die eine ganze Zeit lang diesen mit populistischen Phrasen verschmäht haben, weil sie merken, dass eine andere staatliche Alternative zum Liberalismus, außer ihrer eigenen, doch nicht ganz so toll ist.

Der Ehrlichkeit zu liebe muss man festhalten, dass jede staatliche Alternative zum Liberalismus keine wirkliche Alternative sondern ein Problemverursachungsmotor ist, der gesellschaftliche, soziale, ökonomische Probleme produziert und wie ein Katalysator verstärkt. Diese Aussage widerum ist belegt auf vielerlei tausend Seiten liberalen Buchwerkes, die sich ihrerseits eingehend mit allen Schmähungen und Vorwürfen derart tief auseinandergesetzt haben, wie es umgekehrt, nie eine Position des Staates mit den Argumenten des Liberalismus getan hat. Da die liberale Position recht intellektuell ist, lässt sie sich schwerlich populistisch argumentieren und teilweise liegt es den liberalen Denkern selbst etwas fern, populistisch agieren zu wollen, was dazu führt, dass ihre Einsichten einem breiten Publikum nicht geläufig sind. Und das widerum ist ein Problem, denn offenkundig fehlt in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den Problemen dieser Zeit, es an einem vertiefenden Wissen darüber, wie Wohlstand entsteht, wie Wohlstand zerstört wird, was Rechte und Unrechte sind, was der Unterschied zwischen Recht und Moral ist, was einen Rechtsstaat von einem Gesetzesstaat unterscheidet, was das Wesen von Geld und seine Funktion für den Aufbau von Wohlstand und Freiheit spielt bzw. was passiert, wenn das Wesen des Geldes durch obrigkeitliche Eingriffe gestört wird, ebenso das Wesen und die Funktion von Inflation und Deflation, den Auswirkungen von staatlichen Eingriffen sowie dem Wesen und dem Wirken des staatlichen Berechtigungswesens, eine Auseinandersetzung mit der historischen Tatsache marktwirtschaftlich organisierter Krankenkassen und Bruderschaften in den USA im Vergleich zu einem staatlichen Gesundheitssystem, dass dazu tendiert, Menschen vorzuschreiben, so zu leben, dass sie die Staatskassen nicht belasten und Arme aus der Versorgung gedrängt werden, der Auseinandersetzung wieso Menschen arbeiten und real an Wohlstand verlieren und wieso staatliche Mindestlöhne diese Probleme nur kurzfristig lindern und dann die ganze Situation verschlimmern usw.

Eine Fülle an Fragen und Auseinandersetzungen die durch eine liberale Perspektive in die Hände freier Menschen zurückgelegt werden muss.

Schlussfolgerung: Eine Reinkarnation von Ludwig Erhard tut not. Die durch seinen Wirtschaftsliberalismus hervorgerufene wirtschaftliche Weite, die im Gegensatz zu jener kulturellen Enge der 50er Jahre stand, würde vermögen, die Freihandel, Globalisierung, wirtschaftlichen Austausch im allgemeinen wieder zu einer Win-Win Situation zu machen. Abschottungspropaganda würde zu einem Gespenst degradiert, dass kurz einmal hinter dem Vorhang hervorgelugt hätte, nur um uns daran zu erinnern, dass wir es sind, die sich für Liberalismus einsetzen müssen, da es andernfalls niemand tut. Migranten könnten hinter sich lassen, weswegen sie herkommen und würden aufgrund wirtschaftlicher Freiheit erleichterte Integrationsbedingungen vorfinden, sich an neue Werte anzupassen, genauso, wie im Umkehrschluss Menschen, die Migranten gegenüber feindlich eingestellt sind, neue Werte erlernen würden, indem sie sehen, dass sobald es wirtschaftliche Freiheit gibt, niemand einem etwas wegnimmt, weil er existiert sondern der eine durch die Existenz des anderen profitiert. Das würde uns alle wieder re-zivilisieren, denn zwischen Menschen künstliche Keile zu treiben, aufgrund von Vorurteilen, deren Ursache in Wahrheit, in der ökonomischen Struktur der Gegenwart und ihrer Perspektivenreduktion zu finden ist, bedeutet, sich barbarisch zu verhalten und einer Ideologie zu folgen, die der Aufklärung, die das Wesen westlicher Kultur groß gemacht hat, entgegen steht.

Freie Märkte sind nichts anderes als freie Menschen. Wer also kann wirklich wollen, dass Märkte unfrei sind und zugleich nicht begreifen, dass Unfreiheit dem Wesen nach Perspektiven nimmt anstatt sie zu geben ? Wo es an Perspektiven fehlt, weil Märkte = Menschen unfrei sind, dort kann eine Zivilisation, eine Gesellschaft nicht gedeihen und aufblühen sondern dort kann sich nur schreihalsiger Protest auf Straßen dem Staat gegenüber artikulieren in Forderungen, die zumeist beinhalten, dass man etwas vom Kuchen abhaben wolle. Besser wäre es, man forderte die Freiheit auf Selbstorganisation was einer Deregulierung der Märkte nahe käme.

Das nicht-marktwirtschaftlich orientierte Geldsystem, dass im Sinne einer Planwirtschaft fungiert, bildet den Motor für große politische Illusionen und gesellschaftstechnokratische Klempnerei die zu Staatswachstum und Bevormundung führt. Die Privatwirtschaft erlahmt während der Staat sich als zentraler Akteur der Konjunktur aufschwingt und dabei die Ressourcen Mensch, Arbeit, Bedürfnisse, Geld usw. nicht im Sinne der Menschen einsetzt sondern im Sinne der Sozialtechnokratie einer planwirtschaftlichen Instanz.

In der Historie gibt es genügend Beispiele die aufzeigen, dass die Illusion, durch Geldvermehrung aus Steine Brot zu machen, eine Illusion bleiben muss. Und Skepsis ist immer angebracht im Bezug auf Länder die einen wirtschaftlichen Boom erleben. Denn bei allen liberalen Fragmenten die durchaus in wirtschaftlich boomenden Ländern Ausdruck wirtschaftlicher Freiheiten sein mögen, so sollte man stets die Rolle der jeweiligen Zentralbankpolitik nicht unbeachtet lassen. Denn diese gibt Aufschluss über das Ausmaß dessen, inwieweit der jeweilige Boom durch eine ungedeckte Geld- und/oder Kreditexpansion angeschoben wird. Liberale Medien hierbei zu konsultieren ist ein kleiner Ratgeber, denn die offiziell ausgewiesene Statistik trügt gerne, was man auch von Arbeitslosenstatistiken bereits kennt. Zwar sollte man gerade in diesen Zeiten stets vorsichtig damit sein, was man als Fake-News bezeichnet, doch ist die häufig offiziell ausgewiesene Inflation in der Regel nicht die tatsächliche, was den Grund darin hat, Menschen nicht verunsichern zu wollen um das Vertrauen in das Fiat-Geld-System nicht zu unterwandern.

Das Bargeld ist der geprägte Teil menschlicher Freiheit. Jedoch kommt es dabei weniger darauf an, ob es bar oder virtuell ist sondern schlicht, ob es aus dem Marktprozess hervorgeht und freiwillig angeboten und nachgefragt wird. Dann ist es egal ob es sich um Bitcoins, Kreditkarten, Goldmünzen, Edelmetalle, Substitute für metallisches Geld usw. handelt, ebenso wie es bei Vertragsfreiheit keine Rolle spielt, wie viel Volumina die Teilreserve der Geschäftsbanken hätten, so lange es einen freien Marktwettbewerb gäbe der niemanden dazu zwingen würde, ein bestimmtes Geld akzeptieren zu müssen.

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