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Spö: Salzburger Festspiele mega Skandal Nachrichten Sammlung

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Spö: Salzburger Festspiele mega Skandal Nachrichten Sammlung

Beitrag von politikjoker am 16.12.10 2:32

Aus gegebenen Anlaß nur wieder eine kleine Nachrichtensammlung für evtl. spätere Aufgreifung in extra THreads..
Vor zehn Monaten flog die Millionen-Affäre bei den Salzburger Osterfestspielen auf – und nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei ihren "Abschlussbericht" beim Staatsanwalt abgeliefert. Auf 28 Seiten haben die Kriminalisten ihre Ergebnisse zusammengefasst. Zehn Beschuldigte gibt es in diesem Skandal, aber im Visier der Ermittler stehen vor allem der frühere Festspiel-Chef Michael Dewitte und Technik-Experte Klaus K. Ihnen werfen die Fahnder vor, dass sie sich "unrechtmäßig bereichert haben" und empfehlen die "Abschöpfung" ihres Vermögens – doch da dürfte wenig zu holen sein…Die Kriminalisten Manfred Thrainer, Hans- Jörg Födermayr und Gerhard Rosegger beginnen ihren Bericht an den Staatsanwalt mit einem Paukenschlag: Gleich zu Beginn des 28- seitigen Reports mit der Aktenzahl B5/3235/2010 listen sie die Delikte auf, um die es im Skandal bei den Osterfestspielen geht: Verdacht auf Untreue, schweren gewerbsmäßigen Betrug (jeweils 50.000 Euro übersteigend), Förderungsmissbrauch, Verdacht der unregelmäßigen Bereicherung und "Anregung auf Abschöpfung" (Faksimile).

Monatelang haben die Fahnder recherchiert. Und sie bestätigen die schon bekannten Vorwürfe gegen den gefeuerten früheren Festival- Boss Michael Dewitte: Der smarte Belgier kassierte zwischen Dezember 1997 und Dezember 2009 runde 744.000 Euro mehr, als ihm laut Vertrag zugestanden wären. Davon "rund 628.000 Euro für Osterfestspielpauschalen, Extrapauschalen und Provisionen vertragswidrig und ohne Rechtsgrundlage".

Dabei soll Dewitte auch trickreich gearbeitet haben: Seit 2003 ließ er sich fünf Prozent Provision auszahlen von allen Beträgen, die großzügige Sponsoren dem Festival stifteten – das brachte ihm bis 2009 genau 265.364,84 Euro ein. Offizielle Genehmigung für die Provision gab es offenbar keine: Anwalt A., der am Festival beteiligt war, wäre einverstanden gewesen – aber nur, wenn auch das Land zustimmt. Ex- LH Franz Schausberger als Zeuge: "Wir haben dem nie zugestimmt." Aber Dewitte ließ sich vom (gar nicht zuständigen) damaligen Präsidialchef eine Bestätigung geben und gaukelte damit dem Festival ein Okay zu den Provisionen vor. "Es besteht der dringende Verdacht", dass Dewitte dieses Papier "vorsätzlich" unterschreiben ließ, um "eine Authentizität" vorzutäuschen und damit kassieren zu können, schreiben die Ermittler in ihrem Abschlussbericht.

Trotz der enormen Zusatz- Einkünfte war das Ehepaar Dewitte (auch Gattin Yvette werkte bei den Osterfestspielen) chronisch in Geldnot. Ihr Konto war "die meiste Zeit im Minus" – aber ihre Ausgaben wickelten sie "meist über vorerst drei, dann vier verschiedene Kreditkarten" ab. Sie stiegen laut Ermittlungsbericht durchwegs in Hotels der besten Kategorie ab, rechneten Flugreisen, Tanken, Konsumationen und auch den Kauf von Kunstgegenständen auf diesem Weg ab. Und leisteten sich im November 2009 sogar noch eine teure Schiffsreise.

Die Ermittler vermuten, dass auch die Bank getäuscht wurde, die den Dewittes den Kauf eines Hauses in Elsbethen finanzierte. Dem legte der inzwischen 44- Jährige auch noch eine Bestätigung vor, dass er als Geschäftsführer des "Karajan- Institutes" ein weiteres, fixes Einkommen hatte – was aber nicht stimmte. Ohne das Darlehen, das Dewitte durch diese falsche Bestätigung bekam, wäre aber "die Finanzierung sowie der Umbau und die Einrichtung der Liegenschaft der Familie Dewitte in Elsbethen in Frage gestanden", heißt es dazu trocken im Bericht.

Die Kriminalisten prüften auch die Finanzen von Klaus K., dem früheren Technik- Direktor der Sommer- Festspiele. Auch er wurde gefeuert – weil er jahrelang trotz ausdrücklichen Verbotes nebenbei fürs Osterfestival gearbeitet hatte. Von Juli 1999 bis Jänner 2010 machten seine Honorare 1,960.838,90 Euro aus – neben seinem normalen Gehalt bei den Festspielen, das zuletzt etwa 70.000 Euro netto jährlich betrug. Was die Ermittlungen in seinem Fall erschwerte: Seit 2004 ließ Klaus K. intern die Lieferscheine samt Kopien der Rechnungen vernichten.
Kredite für Finanz- Vorschreibungen aufgenommen

Bei den Abrechnungen war K. nicht zimperlich. So hatte er über einer Firma "Ende 2008 eine Rechnung für die Errichtung der Grundkonstruktion für das Bühnenbild der Oper 'Theodora' gestellt, obwohl dafür keine Gegenleistung erbracht wurde", stellten die Fahnder fest. Der Schaden: Rund 75.000 Schweizer Franken. Und auch für die Strauss- Oper "Elektra" kam eine Rechnung über 59.980 Euro "für einen Hubpodiumsausbau" – dabei wurden diese Arbeiten in der hauseigenen Werkstätte der Festspiele gemacht.

Doch K. betrieb "ganz offensichtlich privat einen sehr hohen finanziellen Aufwand, den er alleine durch sein Einkommen nicht mehr abdecken konnte." Wenn ihm die Finanz für seine Honorare höhere Vorschreibungen schickte, "musste er offensichtlich sogar Bankkredite aufnehmen", stellten die Kriminalisten fest.

Ihre Einschätzung: "Aufgrund der geführten Ermittlungen ergibt sich der Verdacht, dass sich zumindest Dewitte und K. (es gilt die Unschuldsvermutung) durch ihre Malversationen unrechtmäßig bereichert haben. Daher darf die Durchführung der Abschöpfung angeregt werden." Die Behörde solle also auf ihr (verbliebenes) Vermögen zurückgreifen. Da könnte sie bei den beschlagnahmten Fahrzeugen der zwei beginnen, die auf dem Gelände des Landespolizeikommandos abgestellt sind: Ein Jaguar von Dewitte, ein Jaguar und ein BMW- Motorrad von K. – die Fahrzeuge des einstigen Technik- Chefs sind aber auch als Sicherheiten an eine Bank vergeben.
http://www.krone.at/Salzburg/Skandal_rund_um_Osterfestspiele_Bericht_liegt_vor-Enorme_Geldfluesse-Story-234080


Der Kriminalfall um die Osterfestspiele geht weiter: Was die Ermittler der Salzburger Polizei noch zu Tage brachten, ist ein Verwirrspiel um Geldflüsse, Briefkastenfirmen und Konten. So waren knapp 300.000 Euro auf ein Konto einer Bank auf Zypern überwiesen worden, die in zwei Etappen wieder abgehoben wurden.
Interpol Ankara fand heraus, dass das Eurotransfer- Konto bei der Yesilada Bank am 30. April 2009 eröffnet wurde, und "am selben Tag wurden via Internet 299.695,55 Euro angewiesen" – aber weder der geheimnisvolle David Jenkins noch Art & Culture waren bei der Bank bekannt. In zwei Etappen wurde das Geld am 26. Mai und am 16. Juni 2009 wieder abgehoben. Dabei überwies die zypriotische Bank im Juni 2009 in mehreren Tranchen 189.680 Euro auf das Konto von Klaus K. bei seiner Hausbank, außerdem wurden weitere 60.000 Euro in bar auf sein Konto überwiesen.

Klaus K. erzählte seinem Betreuer bei der Bank, auch diese Bareinzahlungen kämen aus Zypern – insgesamt 100.000 Euro wurden aber erst an die AKB Privatbank in Zürich überwiesen, dort von einem Privatmann abgehoben und nach Salzburg gebracht. Rätselhaft ist noch, wo die restlichen 40.000 Euro aus den Zahlungen in die Schweiz geblieben sind. Auch den Geldboten hat die Polizei noch nicht ausfindig gemacht. Dafür entdeckte sie, dass Klaus K. von diesem Konto zwei Rechnungen über je 5000 Euro für einen Tischler und eine Metalltechnik- Firma beglich: "Offensichtlich hat hier K. ausstehende Rechnungen für Dewitte bezahlt."
Michael Dewitte war damals Chef der Osterfestspiele, in chronischen Geldnöten – und hatte im Festival die Überweisung der Provision an Klaus K. freigegeben...
http://www.krone.at/Salzburg/Geldfluesse_von_Zypern_nach_Zuerich_geben_Raetsel_auf-Festspiel-Krimi-Story-234438


Nach der fristlosen Entlassung des Technischen Direktors Klaus Kretschmer werden die Salzburger Festspiele die Staatsanwaltschaft informieren. Das gab das Direktorium der Festspiele am Mittwoch nach einer Krisensitzung bekannt.

Aus arbeitsrechtlichen Gründen könnten keine Details über die Hintergründe der Entlassung veröffentlicht werden, teilte Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler mit.

Eine Wirtschaftsprüfungskanzlei soll nun mögliche unzulässige Verflechtungen zwischen Festspielen und Osterfestspielen prüfen. Der Posten des Technischen Direktors der Festspiele wird noch in dieser Woche öffentlich ausgeschrieben.

Sowohl der Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte, als auch der Technische Leiter der Sommerfestspiele, Kretschmer, waren zuvor entlassen worden.

Nach bisherigen Informationen geht es um jahrelange größere Unregelmäßigkeiten. Angeblich handelt es sich um eine sechsstellige Schadenssumme.

Genaueres soll ein Prüfbericht ergeben, den eine Münchner Wirtschaftsprüfungskanzlei derzeit erstellt und der noch in dieser Woche vorgelegt werden soll.
Die Festspiel-Leitung habe jedenfalls sofort reagiert, betonte Rabl-Stadler am Mittwoch.

"Es wird eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geben. Und noch diese Woche wird eine Wirtschaftsprüfungskanzlei mit einer Prüfung bei den Festspielen betraut, damit wir sicher sein können, was sich in unserem Bereich abgespielt hat", sagte die Festspiel-Präsidentin.

"Ich habe von den Unregelmäßigkeiten am Donnerstagabend erfahren. Freitagfrüh habe ich meine Kollegen im Direktorium davon verständigt, und wir waren uns einig, dass wir diese Vorgänge mit einer fristlosen Entlassung beantworten müssen. Auch der Betriebsrat hat hier unsere Meinung geteilt."

Neben der üblichen Kooperation zwischen Osterfestspielen und Sommerfestspielen habe es noch andere Verträge mit Einzelpersonen gegeben, sagte am Mittwoch die Vorsitzende des Festspiel-Kuratoriums, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ).

"Da wurden Zahlungen - und zwar in einem beträchtlichen Ausmaß - geleistet, die unserer Meinung nach nicht in Ordnung sind. Davon haben wir die Festspiele informiert, die das umgehend überprüft und eine Entlassung ausgesprochen haben", so Burgstaller.

"Nach meiner derzeitigen Einschätzung hätte einer ohne den anderen diese ganzen Geschäfte wahrscheinlich gar nicht machen können. Wir sind auf das Ganze eher zufällig gekommen - durch eine Sonderprüfung im Büro der Osterfestspiele."

Die Festspiele hätten die Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht aus Lust und Laune eingeschaltet, betonte Burgstaller.

"Wir sind der Ansicht, dass sich einige da unrechtmäßig ordentlich bedient haben. Ein endgültiges Urteil haben aber nicht wir zu fällen, sondern das Gericht", so die Landeshauptfrau.

"Was wir tun können, ist, uns von den Menschen zu trennen, die das verursacht haben. Und das haben wir umgehend gemacht. Zum Zweiten versuchen wir, den Schaden wiedergutzumachen, denn es geht hier um Geld der Steuerzahler und der Sponsoren. Und da verlangen wir lückenlose Wiedergutmachung von den Personen und Institutionen, die den Schaden verursacht haben."
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