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Die Templer

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Die Templer

Beitrag von Neo am 21.12.08 11:36

Neben dem Kampf erbrachte der Ritterorden zur Zeit der Kreuzzüge Pionierleistungen im Bankwesen. Sein Wirtschaften wies weit voraus Richtung Kapitalismus, sein Finanzimperium reichte von London bis Jerusalem.


Könige vertrauten ihnen die Kronjuwelen an, der Adel seine Reichtümer. Sie waren berühmt als Meister der exakten Kontoführung und genossen größtes Vertrauen in finanziellen Angelegenheiten. Kein Zweifel, diese Leute wussten, wie man mit Geld umgeht, mit dem eigenen und mit dem der Kunden. Es waren Männer der katholischen Kirche. Die Rede ist von den Templern, jenem um 1120 ins Leben gerufenen und bereits 1307 unter Aufbietung der Inquisition aufgelösten Ritterorden, in den so viele Geheimnisse hineingelegt wurden, und der noch heute die Fantasie von Romanautoren beflügelt.

Dass die protestantische Prädestinationslehre ein wichtiger Faktor für die Herausbildung des Kapitalismus war, ist seit Max Weber Allgemeingut. Lange vor Calvin leisteten jedoch die Templer Pionierarbeit auf dem Gebiet des Bankwesens.

Es war ein Edelmann aus der Champagne, Hugo von Payns, der im ersten Viertel des 12.Jahrhunderts die nur auf den ersten Blick paradoxe Verbindung von Rittertum und Mönchtum wagte. Die Aufgaben: Der Schutz der Pilger im Heiligen Land und Waffenhilfe für die Kreuzfahrerheere. 1129 wurde die Ordensregel verabschiedet, die Templer erlebten in der Folge einen raschen Aufschwung. Zum einen, weil ein solcher Orden einfach am Nerv der Zeit lag und die Idee des Mönchs als Ritter eine logische Weiterentwicklung des Kreuzzugsgedankens darstellt. Zum anderen, weil er direkt dem Papst unterstellt war. Erkennungszeichen der Templer war der weiße Umhang, zu dem später das rote Tatzenkreuz kam.

„Reinvestieren statt konsumieren“

Die Komtureien als Basiseinheit des Ordens waren de facto in Front (Orient und Spanien) und Etappe (Okzident) geteilt. Die Niederlassungen im Abendland hatten für den ständigen Nachschub an Menschen, Pferden, Waffen und Geld zu sorgen, mussten also auf ihren Ländereien nicht nur den Eigenbedarf decken, sondern einen enormen Überschuss erwirtschaften. Dabei setzten sie auch innovative Anbautechniken ein, um den Ertrag zu steigern. Die Führung ihrer Mühlenwerke, Käsereien etc. trug geradezu gewerbliche Züge – wobei für die Ritter selbst das Armutsgelübde galt.

„Das gleiche Paradoxon sieht man bei den Zisterziensern“, erklärt der Wiener Mediävist Michael Mitterauer: Sie hätten ihr Armutsgelübde ernst genommen, und seien gerade deshalb wirtschaftlich so erfolgreich gewesen. „Reinvestieren statt konsumieren“ war die Devise, ein Grundprinzip des Kapitalismus. Einmal mehr war es der Geschichtssoziologe Max Weber, der auf dieses Paradoxon aufmerksam machte, wobei er das unproduktive Konsumieren vor allem auf die von den Zisterziensern abgelehnte Prachtentfaltung bei Kirchenbau und Gottesdienst bezog. „Das Prinzip ,reinvestieren statt konsumieren‘ praktizierten auch die Templer“, sieht Mitterauer eine Parallele, „nur haben sie es in viel größeren Dimensionen getrieben.“ Der Heilige Krieg im Heiligen Land verschlang ja Unsummen.

Dass die Templer mit ihrem eigenen Besitz offensichtlich gut wirtschaften konnten, sprach sich herum. „Die Templer hatten eine gute Startposition“, erklärt Mitterauer: „Sie hatten durch ihre Niederlassungen von England bis nach Jerusalem Land eine ausgezeichnete Infrastruktur, sie waren – bei Geldgeschäften sehr wichtig – vertrauenswürdig, und sie hatten das Know-how.“

Krieg des Papstes brachte Aufschwung

Die Templer hatten also etwas zu bieten, und dieses Angebot wurde bereitwillig angenommen. Man konnte Geld einlegen und abheben, Zahlungen anweisen und erhielt dreimal jährlich einen Rechenschaftsbericht über Einnahmen und Ausgaben, genau genommen einen Kontoauszug, was damals geradezu revolutionär war.

„Binnen kürzester Zeit haben sie auf diese Weise ein Finanzimperium aufgebaut“, sagt Mitterauer, der freilich zu bedenken gibt, dass sich parallel dazu im 13.Jahrhundert auch das oberitalienische Bankwesen rasant entwickelte. Wobei es eine markante Parallele gibt: Auch die italienischen Bankhäuser nahmen ihren Aufschwung mit der Finanzierung der Kreuzzüge. Die Kriege des Papstes lieferten also gleich mehrfach einen wesentlichen Impuls zur Herausbildung des Bankwesens in Europa. Die neuen Methoden der Buchführung wären ohne eine andere Neuerung indes nicht denkbar gewesen: die Einführung der arabischen Ziffern.

Trotz der italienischen Konkurrenz waren die Templer in einem Bereich führend: bei der Aufbewahrung der ihnen anvertrauten Schätze. „Sie waren die Ersten, von denen bekannt ist, dass sie ihren Kunden richtige Schließfächer zur Verfügung stellten“, sagt Mitterauer: „Einmal schickten sie sogar ein Schiff mit Schließfächern ins Heilige Land.“ Die Depositen versetzten sie zudem in die Lage, gut abgesicherte Kredite zu geben.

Hier kommt das Problem des Zinsnehmens ins Spiel. Dass die Templer dazu ein relativ entspanntes Verhältnis hatten, machte sie angreifbar. Habgier und Geiz war nur einer der Vorwürfe, die in den Jahren ihrer Auflösung gegen sie vorgebracht wurden. Historiker Mitterauer sieht darin auch einen Grund dafür, dass die Johanniter, denen das Vermögen der Templer übertragen wurde, bei derlei Geldgeschäften viel zurückhaltender waren.

Mit dem Fall Akkons 1291 brauchte man die Templer als kämpfende Truppe nicht mehr, der erstarkenden weltlichen Macht – konkret Philipp dem Schönen – war der dem Papst unterstellte Orden ohnehin ein Dorn im Auge. Also warf er ihm kurzerhand Häresie vor. Als der König den geschwächten Papst Clemens V. dazu brachte, einem Prozess gegen die Templer zuzustimmen, war ihr Schicksal besiegelt. Obwohl ein kürzlich gefundenes Dokument zeigt, dass Clemens den Templern schon 1312 „vergeben“ hatte, endete der letzte Großmeister Jaques de Molay 1314 auf dem Scheiterhaufen.

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Re: Die Templer

Beitrag von Gast am 11.01.09 21:05

Sie mögen zwar von der bildfläche verschwunden sein, existieren aber noch immer - nur sind sie diemal klüger und halten sich wohlweislich im hintergrund
könig

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Re: Die Templer

Beitrag von Neo am 11.01.09 21:08

Tanja schrieb:Sie mögen zwar von der bildfläche verschwunden sein, existieren aber noch immer - nur sind sie diemal klüger und halten sich wohlweislich im hintergrund
könig

ich kenn die heimatburg in österreich

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Re: Die Templer

Beitrag von populaer am 11.01.09 21:08

Neo schrieb:
Tanja schrieb:Sie mögen zwar von der bildfläche verschwunden sein, existieren aber noch immer - nur sind sie diemal klüger und halten sich wohlweislich im hintergrund
könig

ich kenn die heimatburg in österreich

dann führe uns hin Shocked
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Re: Die Templer

Beitrag von Neo am 11.01.09 21:10

wieso hinführen?? was machst du dort ? soviel sei gesagt sie ist im burgenland

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Re: Die Templer

Beitrag von populaer am 11.01.09 21:25

Neo schrieb:wieso hinführen?? was machst du dort ? soviel sei gesagt sie ist im burgenland

und wo bitte?
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Re: Die Templer

Beitrag von populaer am 11.01.09 21:28

ahhhh lockenhausen
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Re: Die Templer

Beitrag von Neo am 11.01.09 21:29

populaer schrieb:ahhhh lockenhausen

engel

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Re: Die Templer

Beitrag von Gast am 11.01.09 21:32

farao SCHADE nur das frauen noch immer nicht wirklich was zu sagen haben -
als frau wenig bis gar keine chance in den inneren kreis zu kommen - geschweige den grossmeister zu werden

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Re: Die Templer

Beitrag von Neo am 11.01.09 21:33

Tanja schrieb:farao SCHADE nur das frauen noch immer nicht wirklich was zu sagen haben -
als frau wenig bis gar keine chance in den inneren kreis zu kommen - geschweige den grossmeister zu werden

frauen ham die keine

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Re: Die Templer

Beitrag von populaer am 11.01.09 21:35

Tanja schrieb:farao SCHADE nur das frauen noch immer nicht wirklich was zu sagen haben -
als frau wenig bis gar keine chance in den inneren kreis zu kommen - geschweige den grossmeister zu werden

stimmt net ganz, lies mal!

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Re: Die Templer

Beitrag von imgi am 11.01.09 21:47

neo

willst großmeister werden lol!
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